Weihnachtskonzert 2016


CANTATE BASEL KAMMERCHOR

SAMSTAG, 10.12.2016 19.30 UHR, MARTINSKIRCHE BASEL
SONNTAG, 11.12.2016 17 UHR, MARTINSKIRCHE BASEL

HENRY DU MONT (1610–1684) Magni­fi­cat
JEAN-PHILIPPE RAMEAU (1683–1764) In con­ver­tendo
JEAN-BAPTISTE LULLY (1632–1687) Te Deum


Car­mela Kon­rad Sopran / David Feld­man Altus
David Mun­der­loh Tenor / Tobias Wicky Bari­ton / Ismael Arró­niz Bass
Can­tate Basel Cons­ort
Chris­toph Rudolf Kon­zert­meis­ter / Tobias von Arb Leitung

Can­tate Basel lädt zum vor­weih­nacht­li­chen Kon­zert mit fran­zö­si­schem Barock ein – zu har­mo­nisch rei­cher Musik mit prä­zis notier­ten, vir­tuo­sen Ver­zie­run­gen und einer hoch sti­li­sier­ten, alt­fran­zö­sisch aus­ge­spro­che­nen Wort­aus­deu­tung. Drei gänz­lich ver­schie­dene Kom­po­si­tio­nen span­nen einen kühnen Bogen über drei Gene­ra­tio­nen von Spe­zia­lis­ten des Genres.

Louis XIV kul­ti­vierte für sein Got­tes­gna­den­tum eine eigene geist­li­che Musik­gat­tung – eine Klang­kul­tur, die anfangs der Cha­pelle royale vor­be­hal­ten war und wo nur in Anwe­sen­heit des Königs musi­ziert wurde. Gross sind die «Grands Motets» auch wegen ihrer reprä­sen­ta­ti­ven Funk­tion am Hof von Ver­sailles sowie wegen ihrer präch­ti­gen instru­men­ta­len Beset­zung. Eine erstaun­li­che welt­li­che Kar­riere die­ser höfi­schen Kir­chen­mu­sik setzte nach dem Tod des Son­nen­kö­nigs ein. Sie war so beliebt, dass sie sich unter der Regent­schaft von Louis XV schon im ers­ten Vier­tel des 18. Jahr­hun­derts den Weg an die Öffent­lich­keit bahnte. 1725 fand das erste «Con­cert spi­ri­tuel» im Tui­le­ri­en­pa­last statt – eines der ers­ten öffent­li­chen Kon­zerte im baro­cken Frank­reich überhaupt. Rasch soll­ten die welt­li­chen «Con­certs» zur Gat­tung wer­den, an der sich die Berühmtesten unter den Kom­po­nis­ten mas­sen und ihre jeweils neus­ten musi­ka­li­schen Krea­tio­nen dem Publi­kum vorstellten.

Das baro­cke «Gross»-Erbe der fran­zö­si­schen Kir­chen­mu­sik fiel im 19. Jahr­hun­dert in einen eigent­li­chen Dorn­rös­chen­schlaf, wenn auch das Orgel­re­per­toire der Epo­che nie in Ver­ges­sen­heit geriet. Erst seit rund 50 Jah­ren erweckt eine junge Gene­ra­tion von Musi­kern – unter ihnen Wil­liam Chris­tie mit sei­nem Ensem­ble «Les Arts Flo­rissants» – die gros­sen Par­ti­tu­ren mit neuen inter­pre­ta­to­ri­schen Zugän­gen zu regem Leben.

Mit drei gänz­lich ver­schie­den­ar­ti­gen Kom­po­si­tio­nen zeich­net das Kon­zert­pro­gramm einen kühnen Bogen über drei Gene­ra­tio­nen von Spe­zia­lis­ten des Gen­res. Auf Henry Dumont, den ers­ten bedeu­ten­den Meis­ter, folgt Jean-Baptiste Lully, sei­nes Zei­chens «Surin­ten­dant de la musi­que du roi», des­sen spe­zi­el­ler fran­zö­si­scher Stil noch nahezu 100 Jahre bin­dend blieb für seine Nach­fol­ger im Amt. Aus­ser für einen: Jean-Philippe Rameau, den drit­ten Kom­po­nis­ten des Abends, wel­cher mit sei­nem neu­ar­ti­gen, kom­pro­miss­lo­sen Stil das Pari­ser Publi­kum in «Lul­lys­ten» und «Ramis­ten» teilte. Can­tate Basel wagt sich zum ers­ten Mal überhaupt an den fran­zö­si­schen Barock und freut sich unge­mein auf diese har­mo­nisch rei­che Musik mit ihren exzes­siv genau notier­ten, vir­tuo­sen Ver­zie­run­gen, dazu spe­zi­el­ler alt­fran­zö­si­scher Aus­spra­che samt hoch­sti­li­sier­ter und teils fremd­ar­tig anmu­ten­der musi­ka­li­scher Wortausdeutung.