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Ergreifender Raumklang

Chorkonzert Der Cantate Kammerchor Basel sang Bibers «Missa Bruxellensis».
Regina Bernstein, Basellandschaftliche Zeitung 22.4.2008

Schon bei dem Klang des Wortes «Barock» denke man gerne an goldene Verzierungen, üppige Malereien und Prunk und Fülle, wohin das Auge auch blickt. Diese Entwicklung nahm auch die hohe Kunst der musikalischen Komposition, die sogar mit «Kollosalbarockstil» betitelt wurde. Ein beeindruckendes Beispiel für die klangliche Gestaltung einer Messe dieser Zeit brachte der Cantate Kammerchor Basel in der St. Peterskirche in Basel zu Gehör.

Grosses hatte sich der Dirigent Tobias von Arb vorgenommen und alle Erwartungen übertroffen. Zusammen mit dem Ensemble Capriccio Basel, das auf historischen Instrumenten spielt, gestaltete er ein ganz besonderes Programm. Die Konzentration lag auf dem österreichischen Barock. Als «Eröffnungsfanfare» erklang eine instrumentale Sonata a 16 von Philip Jacob Ritter. Ist man es gewohnt, dass der Dirigent vor seinem Orchester steht, dahinter der Chor und neben sich die Solisten, so besann sich Tobias von Arb der durch musikikonographische Darstellungen belegten Aufführungspraxis jener Epoche. Die Streicher und das Organum befanden sich im Altarraum, auf der linken Empore platzierte er Zinken und Posaunen, während die Trompeten und Clarinen auf der rechten Empore zu finden waren.

Bei der Missa Bruxellensis von Heinrich Ignaz Franz von Biber, fürstbischöflicher Kapellmeister zu Salzburg, standen sich die beiden Chöre sowie die Vokalsolisten spiegelbildlich den Streichern gegenüber. Bei dem als Offertorium in die Missa eingeschobenen Lauda Jerusalem von João Lourenço Rebelo, der einzige spanische Vertreter, teilten sich auch die Solisten auf die Emporen auf und die Musiker wechselten ebenso ihre Positionen.

Diese Aufführungspraxis fordert von jedem Beteiligten alles. Hochkonzentriert agierten die Musiker. Der Cantate Chor bewies eine immense Intonationssicherheit und hohe Beweglichkeit. Mit viel Feingefühl hatte Tobias von Arb die Solisten ausgesucht. Rein und klar wie Engelsgesang verband sich die Stimme der Sopranistin Carmela Konrad mit den marianisch mütterlichen Klängen ihrer Kollegin Kristine Jaunalksne. Brillierend die beiden Countertenöre Jan Thomer und Sumihito Uesugi und die Tenöre Jakob Pilgram und Sebastian Mory, beeindruckend die Bassisten Florian Engelhart und Ismael Gonzáelz Arróniz. Tobias von Arb führte Musiker und Publikum durch beeindruckende Klangwelten die Ohr und Herz erfüllten.